Hügellandschaft.


Auf dem Weg nach Nine Miles.


Cedella Marley's Haus.


Cedella Marley in Nine Miles.


Bob Marley's Zimmer.


Mausoleum. Bob Marley's letzte Ruhestätte.

MEETING BOB MARLEY's MOTHER

Martina Markwart (Deutschland, CRI) bei Cedella Marley Booker auf Jamaika

Am Mittwoch, dem 16.12.98 fahre ich von Montego Bay mit einem kleinen Minibus und einem Taxi über Falmouth nach St. Ann's Bay und dann über Claremont nach NINE MILES. Die Landstraße windet sich durch eine rauhe, felsige Hügellandschaft und auf der Fahrt kann man herrliche Ausblicke genießen. In Nine Miles erblickte Bob Marley das Licht der Welt, und genau dort wurde der (Reggae-)Superstar 1981 beerdigt.

Ich möchte ein Interview mit Cedella Marley Booker führen und hoffe, daß ich sie treffe. Nine Miles ist ein kleines Dorf in den Bergen. Es gibt dort keine Industrie und die Leute leben von den Erträgen ihrer Felder (sicher mehr recht als schlecht), arbeiten auf benachbarten Plantagen oder in den weiter entfernten Städten.

Es gibt, wie auf Jamaika üblich, viele kleine Hütten, teilweise noch aus Holz gebaut, teilweise Steinhäuser, aber auch prächtige Villen, die in der Regel an Hängen liegen und dadurch einen herrlichen Ausblick auf die Landschaft bieten.

Folgt man der Hauptstraße des Dorfes, gelangt man zum Wohnhaus von Cedella Marley Booker, ein großes, weißes Haus. Gegenüber, auf einer Anhöhe, steht das Mausoleum (eine Art kleine Kapelle) und, daneben, das Haus in dem Bob Marley mit seiner Mutter gelebt hat.

Wer sich das Grundstück von Bob Marley ansehen will, muß Eintritt zahlen, trotzdem kann man nicht von "Vermarktung" sprechen. Immer trifft man auf sehr freundliche Rastas, die jedem Interessierten Geschichten über Bob Marley erzählen, denn die älteren sind mit Bob Marley aufgewachsen.

Ich warte in dem Wohn-/Eßzimmer von Cedella Booker. Sie ist erst vor einigen Tagen aus Miami in Nine Miles eingetroffen. Doch sie nimmt sich die Zeit, um einen Termin abzusprechen und ist dabei sehr entgegenkommend, weil sie erst fragt, wie lange ich noch auf Jamaika bleibe. Wir vereinbaren einen Termin für die kommende Woche.

Eine Woche später erscheine ich zum Interviewtermin und werde wieder sehr freundlich von den Rastas begrüßt. Auch die Rastas, die mich bei meinem ersten Besuch nicht kennengelernt haben, sprechen mich an und fragen, ob ich nicht für einige Tage in Nine Miles bleiben möchte. Dann werde ich bei Bob Marley's Mutter angemeldet.

Heute trägt sie ein farbenprächtiges gelbes Kleid und um ihr Haar hat sie ein goldfarbenes Tuch gebunden. Wir machen es uns auf dem Balkon ihrer Wohnung gemütlich. Die Sonne scheint und wir beobachten den Weg, der zum Mausoleum führt. Rastas führen die Besucher über das Grundstück, zum Mausoleum und zum ehemaligen Haus, in dem "Mother Booker" (so nennt man sie hier) mit ihren Kindern gelebt hat. Manchmal fahren Autos vorbei aus denen laute Musik dröhnt.

Wir beginnen unser Gespräch. Cedella Booker ist sehr herzlich, sehr zuvorkommend. Kleine Störungen, wie Besucher die ihr "hallo" sagen wollen oder Kinder, die kurz vorbeischauen, nimmt sie gelassen hin.

Nach dem Interview lädt sie mich zu einem Imbiß ein. Das Essen hat sie selber mit frischem Gemüse aus Nine Miles zubereitet! Wir trinken noch einen Tee zusammen, und dann muß ich wieder los. Mein Taxi wartet.

Cedella Marley Booker wirkt auf mich wie eine Frau, die weiß was sie will. Sie ist lebhaft und redet offen über sich, klammert schwierige oder traurige Themen, die sie persönlich betreffen, nicht aus, distanziert sich aber auch, wenn sie auf etwas angesprochen wird, worüber sie nicht sprechen möchte. Sie ist eine starke Frau. Man spürt, daß sie viel erlebt und ihren Mut und ihre Kraft nicht verloren hat. Eine Frau, die sich eine tiefe Dankbarkeit für das Geschenk des Lebens bewahrt hat.

Martina Markwart für Classical Reggae Interviews, 10.02. 1999.
Redaktion: Martina Markwart und Klaus Ludes.

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